Menschenhandel

Hilfe und Aufklärung für Mädchen und junge Frauen

Alte und junge Frau

Armut und Hoffnungslosigkeit machen Menschen zu leichter Beute für Menschenhändlicher

Unser KiBiZ befindet sich mit in einem Stadtteil von Brasov, in dem Menschenhandel, Entführungen von jungen Frauen und Vergewaltigung zur Tagesordnung gehören. Die Armut hier ist sehr gross, und es gibt viele potenzielle Opfer. Behörden und Polizei vermögen gegen die Menschenhändler wenig zu tun. Korruption und Drohungen haben ihre Wirkung. So sind die Opfer und ihre Familien auf sich allein gestellt. Oft werden sie eingeschüchtert oder ausgegrenzt, weil ihnen nicht geglaubt wird. Gewalt, Hunger, Arbeitslosigkeit und Missbrauch gehören für viele der Menschen zum Alltag. Die Sozialarbeiter werden fast täglich mit diesen Problemen konfrontiert. Auch minderjährige Kinder werden zunehmend zu Opfern der skrupellosen Ausbeuter. Bei diesen handelt es sich häufig um Bekannte oder sogar Verwandte der Opfer. Sie locken die jungen Leute mit falschen Versprechungen – meistens mit scheinbar lukrativen Job-Angeboten – in die Falle.

Zwei junge Frauen hinter Gitter

Schon minderjährige Mädchen werden in die Prostitution gezwungen (Symbolfoto)

Eine verzweifelte Mutter kommt ins Diaconia-Zentrum. Sie erzählt eine schreckliche Geschichte: Ihre zwei Töchter, 16 und 17 Jahre, gingen in die Stadt. Als sie mit dem Taxi nach Hause fahren wollten, drängten sich an jeder Seite des Autos junge Männer zu ihnen auf die Rückbank des Taxis und befahlen dem Fahrer, aus der Stadt hinauszufahren. Nach etwa 30 Minuten wurden die beiden Mädchen in ein Hotelzimmer gebracht. Dort wurden sie zwei Tage festgehalten und vergewaltigt. Ihnen wurde gesagt, sie würden an ein Bordell in Bukarest verkauft. In einem unbewachten Moment gelang es ihnen, zu fliehen. Derzeit läuft ein Gerichtsprozess gegen die Entführer. Doch die Mädchen und die Familie sind sich ihres Lebens nicht sicher: Sie werden bedroht, damit sie die Anzeige fallen lassen.

Vier Frauen im Gespräch

Unsere Mitarbeiterinnen helfen und klären auf

Begünstigt wird der Menschenhandel durch Armut, Probleme zu Hause und schlechte Bildung. Die Diaconia-Mitarbeiter sind täglich im Einsatz, oft über ihre Arbeitszeit hinaus, um für Opfer und betroffene Familien da zu sein, sie zu betreuen und zu unterstützen. Es ist ihnen ein grosses Anliegen, dass Mädchen am Rande der Gesellschaft, die häufigsten Opfer der Menschenhändler, erst gar nicht in deren Fänge geraten. Diaconia-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind deshalb an den Schulen und in den sozialen Brennpunkten von Brasov unterwegs. Sie warnen, informieren und klären auf.

Diaconia arbeitet mit der „Nationalen Agentur gegen den Menschenhandel“ , die dem rumänischen Innenministerium unterstellt ist, zusammen. Vorbeugung und konkrete Hilfen für die Opfer sind die Schwerpunkte unserer Arbeit.

Broschüre Schweiz: Menschenhandel
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Broschüre Deutschland: Menschenhandel
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